Loach-Journal

Fachzeitschrift über den britischen Filmemacher Ken Loach

Artikel mit dem Schlagwort ‘Arbeitermilieu’

Übersicht: Die britische Arbeiterklasse im Film

Obsessed With Film vom 22.04.2010 • Essays, Kes (1969), Poor Cow (1967)English

Einen Abriss über die Geschichte der britischen Arbeiterklasse im Film gibt Simon Gallagher in Obsessed With Film; Anlass ist die Veröffentlichung von Cemetery Junction (Ricky Gervais und Stephen Merchant, 2010). Gallagher stellt die These auf, dass es zwei Schulen gebe, wenn es um Arbeiterklasse und Charakterisierungen geht: Eine stellt die Unterschicht als Hemmnis dar, das eine Entfaltung des individuellen Potentials unmöglich mache. Die andere sieht in den schwierigen Lebensbedingungen des unteren sozialen Milieus gerade einen Nährboden für reiche, vielseitige Charaktere. Ken Loachs Auftreten Ende der 60er mit Poor Cow und Kes sei eine frühe Renaissance dieser zweitgenannten Schule gewesen.



DiePresse.com über „Looking for Eric“

DiePresse.com vom 24.02.2010 • ReviewsGerman

Anlässlich der Oscar-Verleihung am 7. März bedauert Oliver Pink, dass sein Favorit Looking for Eric nicht nominiert wurde. Der Film, der als „Milieustudie der britischen Arbeiterklasse“ beginne, sich dann von einer „Tragödie beinahe zum Thriller wandelt, um dann letztlich doch sanft als Komödie auszuklingen“, habe ihn „[z]u Tränen gerührt“.



„Looking for Eric“ im Bieler Tagblatt

Bieler Tagblatt vom 14.11.2009 • Looking for Eric (2009), ReviewsGerman

Simone Tanner ist begeistert von Looking for Eric: „[D]er Film bietet alles, was ein gutes Fussballspiel auch haben muss: Qualität, Spannung, Emotionen, überragende Spieler und wunderbare Treffer. Volltreffer.“ Besonders gut gefällt ihr der Genremix: „Meisterhaft verschmelzt Ken Loach in seiner skurrilen Tragikomödie verschiedene Genres zu einem wunderbaren Ganzen mit klug gezeichneten Figuren und Dialogen, die zum Tore schiessen sind. Durch die Originaleinspielungen aus Cantonas Premier-League-Zeit erhält der Film dokumentarischen Charakter. Aus der anfänglichen Charakterstudie Eric Bishops entwickelt sich eine Milieustudie der englischen Arbeiterschicht, die sparsam gespickt ist mit Seitenhieben auf die Kommerzialisierung des Fussballs. In einem zweiten Erzählstrang wird der Film zum Thriller und mündet im grossen Showdown, der «Operation Cantona». Und nicht zuletzt ist «Looking for Eric» ein erdenschöner Liebesfilm.“



Der Weltexpress über „Looking for Eric“

Weltexpress vom 08.11.2009 • Looking for Eric (2009), ReviewsGerman

Hugo Veit bringt im Weltexpress seine Kritik an Looking for Eric auf die Formel: „’Looking for Eric’ wird zu ‘Looking at Eric (Cantona)’. Die Tragikkomödie erhebt den Torschützen zum Heilsbringer für den plötzlich gesundheitsbewussten, familienorientierten Eric. [...] Dank der überzeugenden Darsteller und dem authentischen Handlungsumfeld hält sich das Drama dennoch im Mittelfeld. [...] Statt sich auf die vielschichtigen Figuren, die mit Ausnahme des leidlichen Cantona bis in kleine Nebenrollen überzeugend besetzt sind, zu konzentrieren, versteigt ‘Looking for Eric’ sich in eine unglaubwürdige Erweckungsmär.“



Der Deutschlandfunk über „Looking for Eric“

Deutschlandfunk vom 5.11.2009 • Looking for Eric (2009), ReviewsGerman

Josef Schnelle schreibt für den Deutschlandfunk über Looking for Eric und meint, dass der Film „mit ganz viel filmischer Brillanz und Komödienkunst“ zeige, „warum der Fußballplatz bei so vielen Menschen in den Bereich Lebenshilfe gehört.“



„Looking for Eric“ im Rheinischen Merkur

Rheinischer Merkur vom 29.10.2009 • Looking for Eric (2009), ReviewsGerman

Katharina Zeckau hat im Rheinischen Merkur Lob und Kritik für Looking for Eric übrig: Am Besten sei der Film, wenn Cantona „mit prägnanten Einzeilern viel Selbstironie versprühen darf.“ Aber: Man „gewinnt den Eindruck, Loach jucke es insgeheim in den Fingern, einen Dokumentarfilm über den Fußballer aus Marseille zu drehen“ – der Grund sind die vielem Originalaufnahmen von Cantonas Toren für Manchester United. Außerdem gehe „durch die Synchronisation viel von der Authentizität verloren, die für die Filme des britischen Sozialrealisten von so zentraler Bedeutung ist.“



Cineasten-Treff über „Looking for Eric“

Cineasten Treff vom 01.11.2009 • Looking for Eric (2009), ReviewsGerman

Andreas Fischer lobt Looking for Eric überschwänglich: Der Film sei zwar „ein Märchen, aber mit, wie von Loach gewöhnt, genauem Blick auf das soziale Umfeld der Unter- und unteren Mittelschicht. Bei allem Vergnügen, bei all den spritzigen Schlagabtäuschen und dem hintersinnigen Humor, verliert der mittlerweile 73-jährige Regisseur nie die Ernsthaftigkeit aus den Augen. Dass der Film nicht ins Kitschige abdriftet, verdankt er dem hinreißenden Drehbuch mit fantastischen Dialogen und den beiden Erics“.