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	<title>Loach-Journal &#187; Boris Rozanski</title>
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	<description>Fachzeitschrift über den britischen Filmemacher Ken Loach</description>
	<lastBuildDate>Fri, 27 Aug 2010 07:11:40 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Jedem sein Kino – und Loach seine Ideale!</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 16:16:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Segment: Happy Ending (2007)]]></category>
		<category><![CDATA[Volltext-Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Chacun son Cinéma]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Ken Loachs Beitrag „Happy Ending“ zu Chacun son Cinéma – eine Randnotiz von Boris Rozanski.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ken Loachs Beitrag „Happy Ending“ zu Chacun son Cinéma – eine Randnotiz</em></p>
<p>Vater und Sohn betreten gemeinsam ein Kino. Das Programm ist jedoch weder ansprechend noch unterhaltsam, sondern platt und geschmacklos. Die Entscheidung für eines der Angebote fällt dem Gespann unweigerlich schwer. Die Schlange an der Kinokasse wird langsam unruhig und einzelne Kinogänger, die nicht mehr auf einen Entschluss der beiden warten wollen, machen ihrem Ärger Luft. Von alldem unbeirrt debattieren Vater und Sohn jedoch weiter, bis – schließlich an der Kasse angekommen und keinen Deut schlauer – sie sich dazu entschließen, ein Fußballspiel anzuschauen, anstatt ins Kino zu gehen.</p>
<p>Der 2007 anlässlich des sechzigjährigen Jubiläums des Filmfestivals von Cannes erschienene Omnibusfilm Chacun son Cinéma entstand unter Mitwirken 33 renommierter Regisseure. Ken Loachs Beitrag konzentriert das filmische Universum des britischen Regisseurs. Nicht nur finden  innerhalb kurzer Zeit Kritik an kontemporärer Kinokultur und Lob der moralischen Funktion des Fußballs ihren Platz, sondern darüber hinaus werden das Kino als potentieller Raum sozialer Auseinandersetzung und demokratischer Diskussion thematisiert.</p>
<p>Drei Minuten Zeit bieten sich dem Filmemacher, um dem Publikum „sein Kino“ zu zeigen, und Loach schafft es, sein persönliches Schaffen noch einmal zu komprimieren. Am Anfang steht die ideale weil gleichberechtigte Auseinandersetzung über die gemeinsamen Pläne der beiden Kinogänger. Gegen Angriffe auf ihre Gemeinschaft von Außen verbünden sich die zwei Familienmitglieder vorbildlich und am Ende steht zumindest keine inhaltliche Synthese, sondern – durch das Mittelmaß des kulturellen Angebots erzwungen – eine Alternative: der Fußball.</p>
<p>Wenn Vater und Sohn gemeinsam das Kino verlassen, noch einmal den nörgelnden Gast hinter ihnen anpöbeln und schließlich, von aus dem Off eingespielten Fangesängen angespornt, zusammen Papierkugeln auf den Straßen der Großstadt einander zuspielen, offenbart sich Loachs Idealvorstellung einer Gesellschaft, deren Kern die glückliche Familie bilden sollte. Dass sich dieses Ideal zum Teil leider weit von den realen Gegebenheiten entfernt befindet, wird bereits bei einem Blick auf Loachs umfangreiches Œuvre deutlich. Nichtsdestotrotz offenbart „Happy Ending“ den Idealisten Ken Loach, dessen optimistische Weltsicht hier – nicht zum ersten Mal – klar hervortritt.</p>
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		<title>Semantische Räume und Grenzüberschreitungen in „Carla&#8217;s Song“</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 09:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Carla's Song (1996)]]></category>
		<category><![CDATA[Volltext-Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[CIA]]></category>
		<category><![CDATA[fremde Kulturkreise]]></category>
		<category><![CDATA[Glasgow]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsemantik]]></category>
		<category><![CDATA[Realismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schottland]]></category>

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		<description><![CDATA[Boris Rozanski zeigt an einem Beispiel, wie produktiv die Anwendung raumsemantischer Analysen auf Loachs Filme sein kann. So wechselt die Liebesgeschichte <em>Carla's Song</em> vom streng normierten Glasgow ins vom Bürgerkrieg gebeutelte Nicaragua. Am Ende lässt sich sogar eine Tendenz formulieren, die sich wie ein roter Faden durch Loachs Filme zieht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der großen Zahl an Filmen, die Ken Loach gedreht hat, stehen verhältnismäßig wenig Literatur und noch weniger Online-Literatur gegenüber. Dem entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass es keine im Internet verfügbaren Arbeiten gibt, die sich auf wissenschaftliche Weise der Konstruktion semantischer Räume in Loachs Filmen widmen. Im Folgenden soll eine Analyse eben dieses Bereiches in <em>Carla&#8217;s Song</em> erfolgen und mit ihrer Hilfe eine mögliche Herangehensweise an die Filme Ken Loachs demonstriert werden.</p>
<p>Dass gerade in diesem Film die Beziehung der einzelnen Räume zueinander von wesentlicher Bedeutung ist, deutet sich bereits in der Konstellation der Protagonisten an: George (Robert Carlyle) ist Busfahrer in Glasgow, während Tänzerin Carla (Oyanka Cabezas) sich auf der Flucht aus ihrer Heimat Nicaragua befindet. Ursprünglich sah das Drehbuch von Paul Laverty nur das mittelamerikanische Land als Schauplatz vor; erst unter Einfluss von Loach entwickelte sich der britische Handlungsstrang.<sup>[1]</sup> Es liegt somit die Vermutung nahe, dass die semantischen Unterschiede zwischen den beiden Regionen, die mit den topographischen einhergehen, antizipiert und wesentlicher Bestandteil des künstlerischen und ethischen Konzepts von Ken Loach sind. Es wird zu zeigen sein, inwieweit sich in der Beziehung von Carla und George die zentrale semantische Grenze innerhalb der Diegese offenbart und in welcher Form Veränderungen im Verhältnis der beiden zueinander einhergehen mit wesentlichen Grenzüberschreitungen oder dem betreten von Extremräumen.<sup>[2]</sup> Es ist in diesem Zusammenhang bezeichnend, dass bereits in der Produktion enorme Differenzen zwischen den beiden Schauplätzen hervortraten:</p>
<blockquote><p>Both countries presented a challenge, with sub-zero temperatures around Glasgow and in the mountains near Loch Lomond, where the December days drew in early and restricted filming time, then some of the cast and crew fell sick as a result of consuming unfamiliar food and water in the tropical heat of Nicaragua.<sup>[3]</sup></p></blockquote>
<p>Natürlich sagen Beobachtungen von Drehbuchentstehung und Produktionsbedingungen wenig über filmisch transportierte Inhalte aus, jedoch wird deutlich, dass Loach sich der Bedeutung der geographischen Distanz und der topographischen Unterschiede für den kreativen Prozess des Filmens vollkommen bewusst war – wie sonst ließe sich erklären, dass er seinem Team gleich zwei Reisen nach Nicaragua zumutete, um auf diese Weise chronologisch drehen zu können.<sup>[4]</sup></p>
<p>In der ersten Szene des Films kommt es auch sogleich zum symbolischen Aufeinandertreffen der beiden semantischen Räume in Form der Begegnung von Carla und George in einem Glasgower Verkehrsbus während Georges Arbeitsschicht. Carla wird von einem Kontrolleur beim Schwarzfahren erwischt und von diesem verhört. George schreitet, da ihm sein Kollege offensichtlich unsympathisch ist, ein und ermöglicht der blinden Passagierin die Flucht. Es handelt sich hier sowohl um die erste Verbündung der Beiden miteinander, als auch um das auslösende Moment der Filmhandlung.</p>
<p>Im Verlauf der nächsten Filmminuten begegnet sich das Paar immer wieder an öffentlichen Orten. George, der die Nähe Carlas sucht, muss sie geradezu verfolgen, um sich ihr in einer privateren Atmosphäre nähern zu können. Ein Großteil ihrer Beziehung findet allerdings in der Glasgower Öffentlichkeit in geradezu bedrückt, gedämpfter Atmosphäre statt und der Film semantisiert auf diese Weise deutlich den Raum der Großstadt, als von sozialen Zwängen und Normen durchsetzt. Die engen Häuserfronten hinterlassen in der ersten Hälfte des Films einen bedrückenden Eindruck und die Stadt macht einen dunklen, großenteils grauen Eindruck. Konstituierende Merkmale Glasgows sind die englische Sprache und die notwendige Befolgung gesellschaftlicher Regeln und Normen. Nicht nur Carla ist hier Außenseiterin und nur schlecht dazu in der Lage sich zu verständigen, sondern auf gewisse Weise auch der unbeugsame und unangepasste George.</p>
<div id="attachment_919" class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><a href="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas_carlyle1.jpg"><img class="size-medium wp-image-919" src="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas_carlyle1-300x190.jpg" alt="Carla' Song: Cabezas/Carlyle (1)" width="192" height="122" /></a><p class="wp-caption-text">Carla und George wandern zu seinem Lieblingsplatz in den Highlands.</p></div>
<p>Sein Ungehorsam geht so weit, dass er Carla schließlich zu einer Fahrt mit seinem Dienstbus Carla in die Schottischen Highlands einlädt. Der Bus ist für George nicht nur der Ort, an dem er selbst Autorität genießt, sondern darüber hinaus das Werkzeug, mit dessen Hilfe er zentrale Raumgrenzen überschreiten kann. Seine Mobilität ist auch ein persönliches Merkmal, das ihm ermöglicht Carla aus Glasgow wegzutragen. So kommt es in den Highlands schließlich zum ersten Kuss der beiden und einer glückliche Liebesbeziehung scheint nichts im Wege zu stehen. Der filmisch in Totalen und Panoramaeinstellungen eingefangene Naturraum stellt hier einen Ort von Freiheit dar, in dem sich George und Carla für einander öffnen können: „Ist wirklich wunderschön. – […] Wenn ich mies gelaunt bin, finde ich hier Ruhe. Und wenn ich glücklich bin, macht&#8217;s mich nochmal so glücklich. Ich kann&#8217;s mir nicht erklären.“</p>
<div id="attachment_918" class="wp-caption alignright" style="width: 202px"><a href="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas_carlyle2.jpg"><img class="size-medium wp-image-918" src="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas_carlyle2-300x200.jpg" alt="Carla' Song: Cabezas/Carlyle (2)" width="192" height="128" /></a><p class="wp-caption-text">Carla und George küssen sich in seinem Bus, der in den Highlands steckengeblieben ist.</p></div>
<p>Völlig den Verpflichtungen des Alltages entkommen sie jedoch nicht: Es ist und bleibt ein Glasgower Bus, in dem sie endlich ungestört sind, und auf diese Weise offenbart der Film, dass der Verbleib im Naturraum ebenso wie das Liebesglück für die Nicaraguanerin und den Schotten nur von kurzer Dauer sein kann. In der britischen Großstadt kann es keine Zukunft für das Paar geben, denn Carla wird – von den Geistern ihrer Vergangenheit und den Erinnerungen an das Kriegsleid gejagt – immer eine Fremde, ein Eindringling bleiben. Einzig in Sammys (Gary Lewis) Wohnung hat George Carla einen eigenen privaten Raum geschaffen: „Du kannst hier wohnen so lange du willst.“</p>
<div id="attachment_921" class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><a href="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas1.jpg"><img class="size-medium wp-image-921" src="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas1-300x196.jpg" alt="Carla's Song: Cabezas (1)" width="192" height="126" /></a><p class="wp-caption-text">Carla moniert einen Schreibfehler auf dem Banner, das George und Sammy für sie in ihrem Zimmer aufgehängt haben.</p></div>
<p>Die Fremdheit Carlas ist hier nicht von Bedeutung. Als sie nach ihrem Selbstmordversuch nach Hause zurückkehrt, wird sie von den zwei Freunden sogar mit einem spanischsprachigen Banner überrascht. Durch das Sprachmotiv wird hier deutlich, dass Carla sich diesen Raum zu Eigen machen könnte. Allerdings wird im Verlauf des Films klar, dass es dennoch keine Chance auf einen weiteren Verbleib in Schottland gibt: Zu groß ist die Gefahr für Carla, sich in der Fremde zu verlieren. George, der um Carlas Probleme weiß, auch wenn er sie (noch) nicht verstehen kann, kommt ihren Bedürfnissen nach und begleitet sie nach Nicaragua, wo die beiden nicht nur Carlas Familie treffen, sondern sich insbesondere der Suche nach Antonio (Richard Loza) widmen wollen.</p>
<p>Die Reise in das mittelamerikanische Land stellt die zentrale Grenzüberschreitung innerhalb der Filmhandlung dar. George nimmt fortan die Rolle des Fremden, die bisher Carla zustand, ein: Er kann sich in dem spanischsprachigen Land nicht verständigen und ist von Carla abhängig; er versteht die Mechanismen, nach denen hier das Leben funktioniert, nicht und er wird nicht dauerhaft in Nicaragua verweilen können, ohne in dem fremden Raum aufzugehen. Einher mit der Reise nach Südamerika geht für George auch der Verlust seiner Mobilität. Er ist hier nicht mehr Busfahrer, sondern einfacher Passagier. Besonders deutlich wird dies, wenn am Wegrand ein ausgebrannter Verkehrsbus steht, der an Georges Gefährt in Glasgow erinnert.<br />
Generell ist die zweite Hälfte des Films durchsetzt von lichtdurchfluteten, hellen Einstellungen und weiten Panoramaaufnahmen, die im britischen Handlungsteil ihres Gleichen suchen. Einzig die Darstellung der Highlands scheint eine Art Pendant zu der mittelamerikanischen Weite zu repräsentieren. Neben zwischenmenschlicher Offenheit und Lebensfreude der Mittelamerikaner, die innerhalb des Films immer wieder mit Hilfe der Motive von Musik und Tanz transportiert werden, sind auch Krieg und Brutalität konstituierende Merkmale des Raumes Nicaragua. Hat es sich bei Glasgow noch um einen von sozialen Zwängen strukturierten Raum gehandelt, muss das unter Unruhen leidende Land als chaotischer Raum bezeichnet werden. Freude kann hier – wie George lernen wird – binnen Minuten in größtes Leid umschlagen.</p>
<div id="attachment_920" class="wp-caption alignright" style="width: 202px"><a href="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_carlyle1.jpg"><img class="size-medium wp-image-920" src="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_carlyle1-300x196.jpg" alt="Carla's Song: Carlyle (1)" width="192" height="126" /></a><p class="wp-caption-text">George tauscht sein T-Shirt mit dem nicaraguanischen Bauern Harry.</p></div>
<p>Die Ankunft des Paares im Dorf von Carlas Familie stellt den Eintritt in einen Extremraum dar. Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit von Carlas Verwandten und Bekannten semantisiert das Dorf ebenso, wie die Gewalt der Soldaten die Nachts in das Dorf eindringen. Auffällig ist insbesondere, dass George durch sein T-Shirt mit der Aufschrift “Glasgow” stets Repräsentant einer anderen Ordnung ist. Als er schließlich in einem Akt der Verbrüderung seine Kleidung mit dem Bauern Harry tauscht, wird deutlich, dass er im Begriff ist, Aufnahme sowohl in den Raum, den politischen Konflikt, als auch in die Familie zu finden.<sup>[5]</sup>) Er ist somit durch das Kleidungsstück deutlich als Gefolgsmann des Guerillaführers Augusto César Sandino zu erkennen – ebenso wie fortan George. Der gemeinsame Tanz mit Carla im Folgenden verstärkt diesen Eindruck weiter, denn George und Carla stellen nicht nur demonstrativ ihre Partnerschaft gegenüber dem Dorf zur Schau, sondern verschmelzen durch die rhythmische Bewegung geradezu miteinander. Es ist das erste und einzige Mal, dass wir George tanzen sehen und dieses Motiv gewinnt umso größere Bedeutung, da es sich beim Tanz – wie oben erwähnt – um ein Symbol der mittelamerikanischen Lebensfreude handelt. Der Schotte befindet sich somit am Punkt der maximalen Annäherung an den Lebensraum Carlas. Bis zu diesem Zeitpunkt präsentiert sich diese Entwicklung als etwas Erstrebenswertes, durchweg Positives, jedoch negiert der Film diese Tendenz bereits innerhalb derselben Sequenz, denn zu Nicaragua gehört wie dargestellt ebenfalls das kriegerische Chaos.</p>
<div id="attachment_917" class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><a href="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_carlyle2.jpg"><img class="size-medium wp-image-917" src="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_carlyle2-300x198.jpg" alt="Carla' Song: Robert Carlyle (2)" width="192" height="126" /></a><p class="wp-caption-text">George zieht den getroffenen Harry aus der Schusslinie.</p></div>
<p>Die Soldaten der Miliz dringen in das Dorf ein und töten zahlreiche Bewohner, unter ihnen auch der Bauer, mit dem George zuvor Freundschaft geschlossen und das T-Shirt getauscht hatte. Der Tod dieses Mannes offenbart symbolisch Georges Handlungsmöglichkeiten: Entweder er kehrt nach Glasgow zurück, oder er wird innerhalb des Extremraumes aufgehen und möglicherweise ebenfalls eines gewaltsamen Todes sterben. Der Moment der größten Nähe zu Nicaragua stellt somit auch den Moment der erneuten Entfremdung dar. Einher mit dieser Entwicklung geht auch eine weitere Annäherung an Carla, denn George erfährt am nächsten Morgen ihr letztes Geheimnis: Sie und Antonio haben ein gemeinsames Kind. Unmittelbar nach dieser Erkenntnis trennt er sich von Carla. Die Entwicklung der Beziehung von Carla und George verläuft folglich parallel zur Bewegung der Figuren zwischen den einzelnen semantischen Räumen.</p>
<p>Aus Selbstschutz bleibt George keine andere Möglichkeit, als Carla zu verlassen und nach Schottland zurückzukehren. Auffällig ist, dass George, um Carla zu Hilfe zu eilen, erneut einen Bus entführt. Seine Hilfe bei Carlas erneuter Vereinigung mit Antonio stellt somit nicht nur einen Akt altruistischer Solidarität dar, der zu einer teilweisen Wiederherstellung der räumlichen Ordnung beiträgt, sondern sorgt dafür, dass er einen Teil seiner Mobilität wieder zurückerlangt.</p>
<div id="attachment_922" class="wp-caption alignright" style="width: 202px"><a href="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas2.jpg"><img class="size-medium wp-image-922" src="http://www.loach-journal.de/wp-content/uploads/carlas_song_cabezas2-300x194.jpg" alt="Carla's Song: Cabezas (2)" width="192" height="124" /></a><p class="wp-caption-text">Antonio und Carla finden beim Musizieren wieder zusammen.</p></div>
<p>Die Verbindung zwischen Antonio und Carla präsentiert sich dabei als vorbestimmtes Symbol des friedlichen Nicaraguas. Nur gemeinsam kann das Paar weiterleben und dem Chaos des Krieges trotzen. Offensichtlich wird diese Konstruktion anhand Antonios Zimmers. George kann Carla nicht begleiten, denn es handelt sich um einen privaten Extremraum: „Du musst allein gehen.“ Hier verbindet sich letztlich Carlas Musikalität, die sie in Glasgow als fremd kennzeichnete, wieder mit ihrer Heimat. Sie findet durch Antonio und seine Gitarrenmusik erneut Anschluss an Ihre Heimat.</p>
<p>Der Krieg wird als Element dargestellt, das diese Heimat – den semantischen Raum Nicaragua – in Unordnung gebracht hat. Carla ist aufgrund der chaotischen Zustände, nicht dazu in der Lage zurückzukehren; sie benötigt die Hilfe eines Zweiten, um nach Mittelamerika reisen und sich ihrer Vergangenheit stellen zu können. Die sich in dieser Situation manifestierende Nächstenliebe Georges und der Zusammenhalt unter den beiden Protagonisten werden als höchste Tugenden gelobt. Dieses Motiv findet seinen Höhepunkt in der erst mit Georges Hilfe möglich gemachten Zusammenführung von Carla und Antonio. Durch ihr gemeinsames Musizieren sind sie schließlich dazu in der Lage sich gegenseitig von ihren Traumata zu heilen. Solidarität und Freundschaft sind somit die zentralen Werte, die Schutz gegen den widernatürlichen Zustand des Krieges bieten. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei, dass nicht die Beziehung zwischen Carla und George bestätigt wird, sondern die der Sängerin mit ihrem nicaraguanischen Mann.</p>
<p>Obwohl Carla sich für Antonio und gegen den George entschieden hat, kehrt der Schotte positiv verändert nach Glasgow zurück, denn er hat ihm bislang unbekannte Dinge über Carla und den Konflikt in Nicaragua gelernt. Durch seine Zeit mit Carla in dem ihm fremden Raum hat er sozusagen ein neues, erweitertes Bewusstsein erlangt. Das Erlebte stellt somit einen humanistischen Mehrwert für die Figur dar, der wichtiger ist, als egoistische Ziele wie die erotische Beziehung zu Carla. Zuvor hatte George bereits seiner kleinen Schwester erklärt, dass er Carla unabhängig vom Ausgang der Reise begleiten müsse, weil er sie liebe.</p>
<p>An dieser Position des Films wird auch ein typisches Anliegen des Regisseurs offensichtlich, denn auch das Kinopublikum soll mit einem erweiterten Bewusstsein den Saal verlassen und bereichert nach Hause gehen. Die Raumstruktur innerhalb der Diegese lässt sich in diesem Zusammenhang auf die außerfilmische Realität übertragen, denn bei Loach wird der Besuch des Kinos zur Grenzüberschreitung für den Zuschauer und der Kinosaal zum Klassenzimmer. Das Publikum wird innerhalb des Films mit George, der streckenweise dem Geschehen in Nicaragua wie ein unbeteiligter Tourist gegenüber steht, gleichgesetzt und in den Konflikt hineingezogen. Loachs Film soll den Zuschauer somit zur aktiven Teilnahme am filmischen Konflikt zwingen. Dass dieses Anliegen durch die Konstruktion der unterschiedlichen semantischen Räume unterstützt wird, legt den Schluss nah, dass von Seiten des Filmemachers kein pseudo-dokumentarischer Realismus angestrebt wird, sondern vielmehr eine Art poetisch-politischer Darstellungsmodus. Man würde dem Werk Loachs nicht gerecht werden, ignorierte man diese Tendenz seiner Filme, denn die Bedingungslosigkeit mit der Loach dieses Programm verfolgt, und immer wieder eine Symbiose aus Realismus und Künstlichkeit erzeugt, ist gerade in der Mainstream-Kinolandschaft ungewöhnlich. Der Blick auf die Raumkonstruktion erweist sich somit als überaus fruchtbar – nicht nur in <em>Carla&#8217;s Song</em> – und eröffnet eine weitere Perspektive auf das Werk des britischen Regisseurs. Es ist zu prüfen, inwieweit in anderen seiner Filmen semantische Räume eine ähnlich entscheidende Rolle spielen. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass Loach seinen britischen Protagonisten häufig fremdländische Figuren zur Seite stellt, wenn diese nicht sogar selbst die Hauptrollen verkörpern.<sup>[6]</sup> Der Schluss liegt nahe, dass zur Illustration eventueller kultureller Unterschiede auch in diesen Filmen topographische Unterschiede semantisch aufgeladen werden. Allerdings wäre es kurzsichtig, zu behaupten, dass der Regisseur semantische Räume nur für diesen Zweck instrumentalisieren würde, zu ergiebig war die Analyse von <em>Carla&#8217;s Song</em>. Insofern bietet gerade dieser Film nicht nur einen intimen und präzisen Einblick in das filmische Universum von Ken Loach und einen Beleg für die intensive Wirkungsweise von semantischen Räumen auf unsere Wahrnehmung im kontemporären Kinofilm, sondern regt darüber hinaus zu einer weitergehenden Betrachtung von Loachs Filmen speziell unter dem Aspekt der Raumkonstruktion an.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_916" class="footnote">Vgl. Hayward, Anthony: Which side are you on? Ken Loach and his films. London 2005.S. 234.</li><li id="footnote_1_916" class="footnote">Vgl. die Ausführungen in Lotman, Jurij M.: Die Struktur literarischer Texte. München4 1993. und Renner, Karl Nikolaus: Grenze und Ereignis. Weiterführende Überlegungen zum Ereigniskonzept von J.M. Lotman. In: Frank, Gustav/Lukas, Wolfgang (Hrsg.): Norm – Grenze – Abweichung. Kultursemiotische Studien zu Literatur, Medien und Wirtschaft. Michael Titzmann zum 60. Geburtstag. Passau 2004. S. 357-381.</li><li id="footnote_2_916" class="footnote">Hayward, Anthony: Which side are you on? Ken Loach and his films. London 2005.S. 236.</li><li id="footnote_3_916" class="footnote">Vgl. ebd.</li><li id="footnote_4_916" class="footnote">Harrys T-Shirt trägt die Aufschrift: “Sandino Ayer, Sandino Hoy, Sandino Siempre!” (“Gestern Sandino, Heute Sandino, Für immer Sandino!”</li><li id="footnote_5_916" class="footnote">In Filmen wie <em>Ladybird Ladybird</em> (1994), <em>Land and Freedom</em> (1995), <em>Bread and Roses</em> (2000), <em>Æ Fond Kiss</em> (2007) oder auch <em>It&#8217;s a free World&#8230;</em> (2007) – um nur einige Beispiele zu nennen – spielen Protagonisten aus einem der Mehrheit innerhalb der Diegese fremden Kulturkreis eine wesentliche Rolle.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Trinkerdrama mit tödlichem Ausgang</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 18:29:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Name Is Joe (1998)]]></category>
		<category><![CDATA[Synopsis]]></category>

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		<description><![CDATA[In Ken Loachs <em>My Name Is Joe</em> (1998) versucht der Alkoholiker Joe verzweifelt, sich und sein Umfeld auf die rechte Bahn zu bringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Ken Loachs <em>My Name Is Joe</em> (1998) versucht der Alkoholiker Joe verzweifelt, sich und sein Umfeld auf die rechte Bahn zu bringen.<span id="more-903"></span></p>
<p><strong>Sarah erträgt Joes Vergangenheit</strong></p>
<p>Joe ist trockener Alkoholiker und Ex-Drogenkurier. Er hat den Absprung geschafft und hält sich mit Gelegenheitsjobs und der Sozialhilfe über Wasser. Halt gibt ihm auch seine Tätigkeit als Betreuer einer Fußballmannschaft. Per Zufall lernt Joe die für die Familie seines Freundes Liam zuständige Sozialarbeiterin Sarah kennen. Nachdem Joe mit einem Freund ihre Wohnung renoviert hat, kommen sie und er sich näher und werden schließlich ein Paar. Joe erzählt ihr von seiner Vergangenheit als Trinker, in der er einmal seine damalige Freundin verprügelt hat.</p>
<p><strong>Joe versucht zu helfen</strong></p>
<p>Bei einem Spiel von Joes Mannschaft tauchen plötzlich Schläger des Drogenbosses McGowan auf und schlagen Liam, der diesem Geld schuldet, zusammen. Liam eröffnet Joe, dass Sabine –Liams drogenabhängige Freundin – 2000 Pfund Schulden angehäuft hat. Liam kann nun entweder zulassen, dass Sabine auf den Strich geht, oder sich die Beine brechen lassen. Joe versucht seinem Freund zu helfen und mischt sich ein. Mit McGowan, für den er schon früher gearbeitet hatte, schließt er einen Handel ab: Joe macht zwei Fahrten als Drogenkurier und kann auf diese Weise Liams Schulden abarbeiten.</p>
<p><strong>Rückfall zum Alkohol</strong></p>
<p>Eigentlich scheint sich alles zum Guten zu wenden. Joe kann Sarah von seinem bei McGowan verdienten Geld Geschenke kaufen, aber sie erfährt schließlich durch Sabine, dass Joe wieder als Drogenkurier arbeitet und es kommt zum Streit zwischen ihr und Joe. Sie trennt sich von ihm. Um mit ihr wieder zusammen zu kommen sieht Joe sieht keine andere Möglichkeit, als die Abmachung mit McGowan zu beenden. Der Gangster will ihn aber nicht freigeben, woraufhin Joe ausrastet, McGowan und dessen Leute zusammenschlägt und deren Bar demoliert. Jeder Hoffnung bar kauft Joe sich Alkohol und betrinkt sich. Als Liam bei ihm zuhause auftaucht, um ihn vor den anrückenden Schlägern McGowans zu warnen, beschimpft ihn Joe. Liam weiß in seiner Verzweiflung keinen anderen Ausweg, als sich an Joes Fenster zu erhängen. Auf diese Weise hält er die Schläger von Joe fern.</p>
<p>Die ganze Fußballmannschaft erscheint zu Liams Begräbnis. Sarah wartet zuletzt noch auf den alleine am Grab zurückgebliebenen Joe.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie die linke Front gegen Franco an sich selbst zerbricht</title>
		<link>http://www.loach-journal.de/?p=901</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 18:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Land and Freedom (1995)]]></category>
		<category><![CDATA[Synopsis]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Land and Freedom</em> ist ein Kriegsdrama von Ken Loach von 1995. Ein junger Mann kämpft im spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschismus und erlebt die Probleme, die entstehen, wenn verschiedene linke Utopien konkurrieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Land and Freedom</em> ist ein Kriegsdrama von Ken Loach von 1995. Ein junger Mann kämpft im spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschismus und erlebt die Probleme, die entstehen, wenn verschiedene linke Utopien konkurrieren.</p>
<p><strong>Interesse an der Vergangenheit</strong></p>
<p>David Carr stirbt in hohem Alter in Glasgow; seine Enkelin löst seinen Haushalt auf und findet einen alten Koffer mit Andenken an die Zeit ihres Großvaters als Soldat im spanischen Bürgerkrieg. Anhand von Briefen, die David sich mit seiner in England zurückgebliebenen Frau schrieb, entfaltet sich die Handlung.</p>
<p><strong>David und Blanca kämpfen in Spanien gegen den Faschismus</strong></p>
<p>Der Kommunist David ist aufgrund von Zechenschließungen in Schottland arbeitslos geworden. Er reist nach Spanien, und schließt sich als Freiwilliger einer Miliz im Kampf gegen Franco an.  In seiner Truppe findet er Verbündete und Freunde im Kampf gegen die Faschisten. Besonders angezogen ist er von Blanca, einer spanischen Kämpferin, deren Mann bei einem Kampfeinsatz getötet wird. Zwischen David und Blanca bahnt sich eine Liebesbeziehung an, die von den Streitigkeiten der kommunistischen Widerständler untereinander gestört wird. David will sich der von Stalin unterstützten Volksarmee anschließen, während Blanca weiterhin ihrer Truppe, der <em>Poom</em>, angehören will. Es kommt zur Trennung. Zu diesem Zeitpunkt des Bürgerkrieges bekämpfen und schwächen sich die Linken mehr gegenseitig, als dass sie gegen die Faschisten kämpfen. Letztlich beschließt David, von der Situation frustriert, wieder zur <em>Poom</em> und Blanca zurückzukehren und wendet sich von der kommunistischen Partei ab. Schließlich werden die Milizsoldaten von den Stalinisten dazu gezwungen, ihre Waffen abzugeben und in die Volksarmee einzutreten. Es kommt bei der erzwungenen Auflösung der Miliz zu Widerstand und die Stalinisten eröffnen das Feuer. Blanca wird tödlich verwundet und erliegt ihren Verletzungen. David kehrt nach Blancas Beerdigung desillusioniert nach England zurück.</p>
<p><strong>Politische Gesten bei Davids Beerdigung</strong></p>
<p>Am Grab Davids liest dessen Enkelin in Erinnerung an ihren Großvater ein von ihm verfasstes Gedicht vor, streut von David einst mit nach England gebrachte spanische Erde auf seinen Sarg und reckt abschließend – zahlreichen älteren Männer gleich, die an der Beerdigung teilnehmen – ihre geballte rechte Faust nach oben. </p>
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		<title>Der verzweifelte Kampf gegen eine Behörde</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 18:02:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ladybird Ladybird (1994)]]></category>
		<category><![CDATA[Synopsis]]></category>

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		<description><![CDATA[Ken Loachs Film <em>Ladybird Ladybird</em> ist ein auf einer wahren Geschichte beruhendes Drama aus dem Jahre 1994. Darin geht es um eine psychisch labile Mutter, die das Sorgerecht für ihre Kinder verliert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ken Loachs Film <em>Ladybird Ladybird</em> ist ein auf einer wahren Geschichte beruhendes Drama aus dem Jahre 1994. Darin geht es um eine psychisch labile Mutter, die das Sorgerecht für ihre Kinder verliert.<span id="more-899"></span></p>
<p><strong>Geschlagen, missbraucht, ausgenutzt</strong></p>
<p>Die Hauptfigur ist Maggie, die in ihrem Leben von allen Männern misshandelt wurde. Schon ihr Vater schlug und missbrauchte sie; auch ihre späteren Männer prügelten sie, weshalb das Jugendamt bereits ein besonders wachsames Auge auf Maggies vier Kinder hat, die allesamt von vier unterschiedlichen Vätern stammen.</p>
<p><strong>Das Jugendamt gibt Maggies Kinder in Pflegefamilien</strong></p>
<p>Als Maggie mit ihrer Band in einem Pub auftritt, kommt es in ihrem Zimmer in einem Frauenhaus zum Brand. Die von ihr dort zum Schutz eingeschlossen Kinder kommen fast ums Leben, ihr ältester Sohn erleidet schwere Verbrennungen. Das Jugendamt gibt Maggies Sohn daraufhin zu einer Pflegefamilie: Sofern sie nicht mit ihren Kindern in ein Familienzentrum ziehe, gäbe es für sie keine Chance, ihn zurückzubekommen. Vor Ort von einem Streit zwischen den Bewohnern des Zentrums abgeschreckt, beschließt Maggie, ihren gewalttätigen Ex-Mann um Hilfe bei der Flucht vor dem Jugendamt zu bitten. Sobald sie ihm ausgeliefert ist, zwingt dieser sie unter Androhung von Prügeln, ihm ihre Sozialhilfe auszuhändigen. Maggie verständigt schließlich das Jugendamt, das ihr ihre Kinder wegnimmt.</p>
<p><strong>Kampf gegen eine Behörde</strong></p>
<p>Einige Jahre später lernt Maggie in einer Bar den paraguayanischen Flüchtling Jorge kennen, der als illegaler Einwanderer im Land lebt. Er ist bedingungslos für sie da und verhält sich nicht gewalttätig gegen sie. Sie ziehen schließlich zusammen und bekommen ein Kind. Da Maggie die Behörden nicht von ihrer Schwangerschaft unterrichtet hat, sind diese gezwungen ihr das Kind erneut wegzunehmen und es ihr erst wiederzugeben, wenn die Situation ausreichend untersucht wurde. Maggie und Jorge versuchen, mit den Behörden zu kooperieren, aber dabei steht Maggie sich mit der in ihr angestauten Wut selbst im Weg und verprellt letztlich die Vertreter des Jugendamtes; ihr und Jorge wird vor Gericht das Sorgerecht abgesprochen.</p>
<p><strong>Streit und Versöhnung</strong></p>
<p>Einige Zeit später – Jorge hat mittlerweile eine Aufenthaltserlaubnis erhalten – ist Maggie erneut schwanger. Aus Angst davor, dass ihr das Kind erneut weggenommen werden könnte, hält sie ihren Zustand wiederum vor den Behörden geheim. Noch im Krankenhaus nimmt das Jugendamt Maggies Kind in seine Obhut; die Mutter bricht zusammen. Wieder zuhause zerfleischen Maggie und Jorge sich gegenseitig verbal. Es geht so weit, dass der sanftmütige Jorge von Selbstmord spricht. Letztlich reichen die beiden einander jedoch abermals die Hände und der Film endet mit einer Texttafel, die besagt, dass Maggie und Jorge noch drei weitere Kinder bekamen, die sie behalten durften. Die anderen Kinder hätten sie jedoch nie wieder gesehen.</p>
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		<title>Von Glasgow nach Managua und wieder zurück</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 17:45:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Carla's Song (1996)]]></category>
		<category><![CDATA[Synopsis]]></category>

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		<description><![CDATA[In Ken Loachs Film <em>Carla's Song</em> von 1996 verliebt sich ein schottischer Busfahrer in eine nicaraguanische Tänzerin und hilft ihr, Traumata aus dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland aufzuarbeiten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Ken Loachs Film <em>Carla&#8217;s Song</em> von 1996 verliebt sich ein schottischer Busfahrer in eine nicaraguanische Tänzerin und hilft ihr, Traumata aus dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland aufzuarbeiten. <span id="more-897"></span></p>
<p><strong>Glasgow: George wirbt um Carlas Liebe</strong></p>
<p>1987, George ist Busfahrer in Glasgow. Bei einer seiner Fahrten lernt er die Sängerin und Tänzerin Carla kennen. Sie ist nach Schottland geflohen, weil in ihrer Heimat Nicaragua kriegsähnliche Zustände herrschen. George, der von ihr wie magisch angezogen ist, will ihr unbedingt nahe sein, verschafft ihr sogar ein neues Zimmer. Nach einem gemeinsamen Ausflug kommt es zum ersten Kuss und George trennt sich für Carla von seiner bisherigen Freundin. Bei einem Besuch findet er Carla mit geöffneten Pulsadern in der Badewanne. Sie überlebt ihren Selbstmordversuch und George erfährt im Krankenhaus aus der Krankenakte, dass sie sich schon vorher umbringen wollte. Carla erzählt ihm, dass ihr Freund Antonio in Nicaragua bei einem Überfall der Contras, einer paramilitärischen Organisation, verletzt und verstümmelt wurde. Carla floh nach Schottland, das sie von einer Reise ihrer Musikgruppe her kannte, und weiß nichts über Antonios Verbleib.</p>
<p><strong>Nicaragua: George will Carla helfen</strong></p>
<p>George beschließt mit Carla nach Nicaragua zu reisen, um dort ihre Familie zu treffen und nach Antonio zu suchen, damit Carla Ruhe finden kann. In ihrer Heimat angekommen wird George das Ausmaß des Chaos bewusst. Bradley, ein amerikanischer Freund Carlas und Ex-CIA-Agent, erklärt George voller Verachtung für dessen Unwissenheit, wie die Lage in Nicaragua wirklich aussieht. George lernt schließlich Carlas Familie kennen. Nach einem Fest anlässlich der Ankunft der Gäste kommt es zu einem Angriff der Putschisten auf das Dorf der Familie. Carla und George überleben, aber er sieht sich außer Stande in Nicaragua zu bleiben. Am nächsten Morgen verlässt er Carla, die ihm gerade gebeichtet hat, dass sie und Antonio eine gemeinsame Tochter haben. Als George sich von Bradley verabschiedet, erfährt er, dass Carla sich auf dem Weg zu Antonio befindet; er fürchtet, dass sie sich erneut umzubringen versucht. In einem geklauten Bus fahren er und Bradley ihrer Freundin hinterher, um sie vor sich selbst zu schützen. Bei Antonio angekommen, steht George der unversehrten Carla bei und ermutigt sie, ihrem Ex-Freund alleine gegenüber zu treten. Antonio ist querschnittsgelähmt, sein Gesicht wurde mit Säure verätzt. Abschließend singt Carla, von Antonio auf der Gitarre begleitet, ein nur für sie geschriebenes Lied; George kehrt nach Glasgow zurück.</p>
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		<title>Schnitt (Patrick Hilpisch)</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 19:24:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[It's a Free World... (2007)]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[versteckt]]></category>

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		<title>Schnitt (Oliver Baumgarten)</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 19:19:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris Rozanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Name Is Joe (1998)]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[versteckt]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www.schnitt.de/202,2206,01]]></description>
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